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Kleinunternehmer-Regelung: Ja oder Nein?

Von am 9. August 2016

Vor einigen Wochen wusste ich nicht mal was die Kleinunternehmer-Regelung ist, hab zuvor auch noch nie von ihr gehört. Wie sieht’s bei euch aus? Spätestens dann, wenn ihr euch selbstständig machen wollt und vom Finanzamt den steuerlichen Erfassungsbogen zugeschickt bekommt, müsst ihr euch mit dieser Regelung beschäftigen.

In diesem Beitrag erzähle ich euch ein bisschen darüber! 🙂

Was ist die Kleinunternehmer-Regelung?

Gerade am Anfang einer Selbstständigkeit sollte man sich überlegen, ob man die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen will oder lieber die Umsatzsteuer ausweisen will. Doch was ist die Kleinunternehmer-Regelung? Als Kleinunternehmer gelten alle Unternehmer, deren Jahres-Umsatz im vorangegangenen Jahr 17.5000€ nicht übersteigen und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000€ nicht übersteigen. Verstanden? 🙂

Du als Selbstständiger musst zu Beginn eines jeden Jahres  prüfen, ob die Voraussetzungen für eine weitere Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung in diesem Jahr vorliegen (siehe oben). Erfüllst du diese, darfst du die Kleinunternehmer-Regelung weiter anwenden.

Nimmst du die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch, musst du auf deine Umsätze keine Umsatzsteuer erheben. Hast du die Regelung satt, kannst du dich ganz schnell wieder gegen sie entscheiden. Das hat natürlich den Vorteil, dass du die Vorsteuer gegenüber dem Finanzamt geltend machen kannst. Diese Entscheidung bindet dich allerdings für fünf Jahre.

Was sind die Vor- und Nachteile?

Hier habe ich euch einige Vorteile zusammengefasst:

  • Du hast keine Eintragungspflicht im Handelsregister. Das heißt für dich, dass du als Selbstständiger weiterhin dem BGB unterliegst und nicht dem HGB
  • Du zahlst keine Umsatzsteuer an das Finanzamt und weist somit auch keine auf deine gestellten Rechnungen aus.
  • Du musst keine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben
  • Eine sehr große Erleichterung ist die Buchführung. Du kannst nur die einfache Buchführung zur Gewinnermittlung nutzen

Jetzt kommen noch die Nachteile:

  • Ihr bekommt die in Rechnungen von Lieferanten & Co. enthaltene Vorsteuer nicht zurückerstattet
  • Du kannst natürlich auch nicht die Vorsteuer gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Gerade wenn du viele Ausgaben hast, solltest du dich gegen die Kleinunternehmer-Regelung entscheiden

Kleinunternehmer-Regelung: Ja oder Nein? Was haltet ihr davon? Bzw. für was habt ihr euch entschieden? Ich freue mich über Kommentare von euch! 🙂

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1 Kommentar
  1. Antworten

    Oliver

    17. Februar 2017

    Hallo Gefa,

    ganz so stimmt das nicht, bzw. es ist verwirrend. Bei der Kleinunternehmerregelung geht es nur um die Umsatzsteuer; § 19 UStG.

    „Du hast keine Eintragungspflicht im Handelsregister. Das heißt für dich, dass du als Selbstständiger weiterhin dem BGB unterliegst und nicht dem HGB“ –> Die Kleinunternehmerregelung hat rechtlich nichts mit der Kaufmannseigenschaft zu tun. Richtig ist zwar, dass „das Unternehmen nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert“ (§ 1 HGB). Kaufmann ist man aber z.B. auch als Rechtsanwalt mit einer sehr großen Kanzlei oder als Künstler mit großen Umsätzen niemals, auch wenn man über die Umsatzschwellen des § 19 UStG hinauskommt und die Kleinunternehmerregelung nicht anwenden kann – denn man betreibt kein Gewerbe. Es gäbe noch andere Fallbeispiele, wonach das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.

    „Du zahlst keine Umsatzsteuer an das Finanzamt und weist somit auch keine auf deine gestellten Rechnungen aus.“ –> Die Rechnungen müssen, wenn sie nicht Kleinbetragsrechnungen sind, dennoch § 14 UStG entsprechen, vor allem eine Steuernummer usw. tragen.

    „Du musst keine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben“ –> Stimmt begrenzt. Man kann z.B. für innergemeinschaftliche Erwerbe (also Erwerbe vor allem im Versandhandel aus anderen EU-Staaten, wie bei vielen Amazon-Sendungen) eine zuvor beantragte USt-ID angeben und erhält die Waren oder Dienstleistungen dann umsatzsteuerfrei vom Händler. Für diese Erwerbe (und nur dafür) muss man dann aber eine USt-Voranmeldung abgeben und deutsche Umsatzsteuer zahlen. Das lohnt sich bei höheren Umsatzsteuersätzen in anderen EU-Staaten, wenn man die sonst in Rechnung gestellt bekäme.

    „Eine sehr große Erleichterung ist die Buchführung. Du kannst nur die einfache Buchführung zur Gewinnermittlung nutzen“ –> Bei Kaufleuten sind die Schwellen, bis zu der die Einnahmeüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG) zulässig sind, andere (höhere) als die Schwellen der Kleinunternehmerregelung. Auch wenn man auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet, kann man noch nach § 4 Abs. 3 EStG das Einkommen berechnen. Freiberufler können unabhängig vom Umsatz nach § 4 Abs. 3 EStG die Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit berechnen. Auch hier also: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Viele Aufzeichnungspflichten bestehen hingegen unabhängig zum Umsatz. So ist geschäftliche Korrespondenz je nach Inhalt sechs bis zehn Jahre aufzubewahren – und zwar revisionssicher im Originalformat. Das Ausdrucken und Abheften von von E-Mails reicht also z.B. nicht, man muss sie revisionssicher elektronisch aufbewahren. Das gilt theoretisch ab dem ersten Euro (Tipp: http://www.b-click.de macht das für wenige Euros pro Monat).

    Gerade wenn man im B2B-Bereich tätig ist, ist die Anwendung der Kleinunternehmerregelung oft unsinnig: Dem Kunden ist es egal, ob man Umsatzsteuer auf die Nettopreise verlangt, weil er die Umsatzsteuer ohnehin selbst als Vorsteuer abziehen kann (außer z.B. Kunden wie Ärzte, Krankenhäuser, Versicherungen, einige Bildungsträger, einige Immobilienvermieter usw. – sie können keine Vorsteuer abziehen, wenn sie die B2B-Leistung zur Erzielung von Umsätzen verwenden, die umsatzsteuerfrei sind!).

    Umständlich ist es, wenn man teils umsatzsteuerfreie, teils umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbringt: Man muss die Vorsteuern entweder eindeutig Umsätzen zuordnen, die umsatzsteuerfrei oder -pflichtig sind, oder man muss bei allgemeinen Kosten (Druckerpatronen, Auto …) eine Quote bilden und kann die Vorsteuern nur in Höhe dieser Quote abziehen.

    Rechnerei gibt es auch bei der Berechnung der Umsatzsteuer, die man sich für die private Nutzung eines Firmenautos quasi selbst in Rechnung stellt. Gerade dabei Vorsicht: Versicherungssteuer für das Kfz ist keine Vorsteuer, auch wenn die Höhe 19% ist …

    Anders gesagt: Es gibt da viele Feinheiten und Besonderheiten, die man sich entweder von einem guten Steuerberater erklären lassen sollte – oder man nimmt sich die Zeit, das selbst zu erarbeiten. Dazu muss man die Materie mögen. Es gibt Leute, die mögen die Materie, sonst gäbe es keine Steuerberater.

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Gefa
Hessen

Hi, ich bin Gefa, 23 Jahre alt und träume von einem Leben als digitale Nomadin!

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