Reisebericht Serbien: Unbekannter Schatz des Balkans

Tag 1: Tschüss Kroatien

12.10.2020. Wir hatten zwei wunderschöne Wochen in Kroatien – unter anderem auf den Inseln Cres und Krk. Doch jetzt heißt es: Tschüss Kroatien, Hallo Serbien! Unser Ausgangspunkt ist der Ort Karanac in Kroatien. Hier haben wir auf einem kleinen, ruhigen Parkplatz direkt neben der Kirche übernachten.

Tierarzt-Besuch: Tierärztliches Gesundheitszeugnis

Von dort aus mussten wir noch flott in den nächstgelegenen Ort fahren, damit Hank ein tierärztliches Gesundheitszeugnis für die Einreise nach Serbien bekommt. Beim Tierarzt angekommen, ging alles schneller als erwartet. Die Ärztin hat nur kurz gefragt, ob es Hank gut geht. Kurz danach hat Hank einen Stempel in seinem Ausweis bekommen – und das für umme.

Grenze Kroatien – Serbien: Wir haben viel gelesen

In Kroatien haben wir nun alles erledigt. Weiter geht’s zur Grenze. Da wir im Internet viel über den Grenzübergang gelesen haben, haben wir uns auf dem Weg dorthin die krassesten Sachen ausgemalt. Wir haben zum Beispiel gelesen, dass die LKW-Schlange super lang war und dann ein paar Expeditionsmobile auf die PKW-Spur gefahren sind, was die Serben wohl überhaupt nicht lustig fanden. Zudem wurde wegen dem Fahrtenschreiber des Öfteren nachgefragt und der komplette Camper auf den Kopf gestellt. Naja, los geht’s. Auf der Fahrt haben wir auch schon alle Unterlagen zurecht gelegt: Unsere Personalausweise, Hanks Ausweis, Versicherungsschein und Fahrzeugschein. Man will da ja auch vorbereitet um die Ecke kommen 😉

Grenzübergang bei Batina

Wir haben uns dazu entschieden, die Grenze in Batina zu passieren. An der Grenzstation ging alles super schnell. Kurz die Unterlagen gezeigt und fertig. Haben uns total gefreut. Doch beim Weiterfahren sind wir eine lange Brücke über die Donau gefahren und dann ist uns erst in den Sinn gekommen, dass das die Kontrolle von Kroatien war. Die Kontrolle von serbischer Seite kommt erst noch. Na toll, da haben wir uns wohl zu früh gefreut 😉

Grenzstation mit kleinen, rostigen Containerhäuschen

Auf der anderen Seite der Donau sind wir dann auf eine kleine Grenzstation zugesteuert – mit kleinen, rostigen Containerhäuschen. Es stand niemand an der Grenze – kein Auto, kein LKW. So viel schon mal zum Thema Stau.

Dort angekommen, hat uns dann ein serbischer Polizist mit lauter, düsterer Stimme ‚begrüßt‘. Und mit begrüßt meine ich: Ranfahren, aussteigen. So und dann ging es los: Über eine Stunde hat er unser Expeditionsmobil komplett auf den Kopf gestellt. Von den Stauboxen über jede einzelne Kiste bis hin zur Toilette – er hat wirklich alles unter die Lupe genommen. Nachdem er dann jedes kleinste Eck inspiziert hat, hat er dann endlich unsere Daten aufgenommen. Danach hat er noch ein bisschen mit uns erzählt und uns ein paar Fragen beantwortet. Dann wir durften wir weitergefahren. Hallo Serbien! 🙂

Kleiner Stadtbummel in Sombor

In Serbien angekommen, haben wir direkt unsere Mobile Daten + Roaming ausgemacht. Auf dem Weg Richtung Sombor kam weit und breit erstmal nichts außer Felder – vereinzelt auch mal ein paar heruntergekommene Häuser und kleine landwirtschaftliche Betriebe.

In Sombor angekommen, stand Folgendes auf dem Plan: Angelshop, Supermarkt und SIM-Karte. Nach der kleinen, erfolgreichen Shoppingtour, ging es für uns weiter nach Apatin. Hier haben wir einen Schlafplatz direkt an der Donau gefunden. Während ich im Bett liege und diesen Reisebericht schreib, ist Lukas im Regen angeln. Und wer weiß, vielleicht bringt er ja später einen Fisch mit.

Tag 2 und 3: Hallo Serbien

13., 14. und 15.10.2020. Da es ziemlich kalt und regnerisch war, haben wir in Apatin zwei Nächte verbracht. Wir haben viel gearbeitet und geangelt – aber leider keinen einzigen Fisch gefangen.

Am dritten Tag haben wir uns gegen Mittag auf zu dem See Medês gemacht. Zum ersten Mal haben wir die Umgebung im Hellen wahrgenommen. Es war irgendwie erschreckend: Überall Müll, streunende Hunde sowie Katzen und zerfallene oder leerstehende Häuser. Doch umso schöner war es am See. Nur wir und das Wasser. Weil es so schön war, haben wir auch hier zwei Nächte verbracht. Wir waren spazieren, angeln und haben den Schwänen beim Fliegen zugeschaut.

Tag 4: Ein Tag in Novi Sad

16.10.2020. Heute haben wir uns die Stadt Novi Sad angeschaut. Wir sind durch die Altstadt und den Donau-Park geschlendert, haben uns den Wanst mit leckerem Rumpsteak vollgehauen, haben das China-Quartier und ein Kloster besucht. Novi Sad ist auf jeden Fall ein Besuch wert.

Mehr dazu: Hier geht’s zu dem vollständigen Bericht über Novi Sad.

Im Dunkel haben wir uns dann auf die Suche nach einem Schlafplatz gemacht. Kurze Zeit später haben wir ihn in der Nähe von dem Ort Belegis gefunden. Durch Schlamm und Pfützen haben wir uns im Dunklen bis zur Donau vorgekämpft. Sind gespannt, wie der Stellplatz im Hellen aussieht 🙂

Tag 5: Offroad-Spaß im Nirgendwo

17.10.2020. Heute morgen wurden wir von zig Schweinen und Kühen geweckt – komplett verteilt um unser Wohnmobil. Was ein toller Start in den Tag 🙂 Aber es kommt noch besser: Da es die Tage zuvor geregnet hat, stand hier viel unter Wasser und es war total matschig. Perfekt, um ein bisschen offroad zu fahren. Mal durch Pfützen, mal durch Matsch. Mal durch schmale Feldwege oder Waldwege. Es hat super viel Spaß gemacht. Gegen Ende haben wir uns etwas verfahren und sind an einem Roma-Slum herausgekommen. Es war ziemlich krass zu sehen, wie die Menschen dort leben.

Unser krassestes Erlebnis

Ich weiß nicht, ob ich jemals schon so etwas erlebt habe. Auf dem Weg zu unserem Schlafplatz sind wir an einer kleinen Farm vorbei. Mitten im Nichts. Dahinter waren fünf Hundehütten. Plötzlich kamen alle fünf Hunde raus. Angekettet. Alles Listenhunde wie Pitbull und Amstaff. Indem Moment fanden wir es irgendwie krass, dass die Hunde da draußen wohnen, aber haben uns erstmal nichts weiter dabei gedacht. Hank würde da draußen wahrscheinlich erfrieren. Da wir ziemlich müde waren, sind wir schlafen gegangen [Fortsetzung folgt an Tag 6].

Tag 6: Was geht in solchen Köpfen vor?

Wir sind wieder inmitten von Kühen aufgewacht. Als wir mit Hank spazieren waren, haben wir Hunde gehört – und es sind ordentlich die Fetzen geflogen. Vielleicht eine halbe Stunde lang. Wir dachten nur, dass es Straßenhunde sind.

Später als wir losgefahren sind, sind wir wieder an der Farm vorbeigefahren. Dort standen dann ein paar Männer mit vielen Listenhunden – aber andere als die, die in den Hundehütten waren. Zwischendrin ein Ungetüm von Hund – ein riesengroßer, breiter Dogo Argentino. Viel, viel größer als Hank. Überall Narben. Komplett blutverströmt. Bisswunden. Abgeschnittene Ohren. Und die Menschen standen da als wär nichts.

Wir waren so geschockt. Uns wurde so komisch. Ich hab noch zu Lukas gesagt: Das sind bestimmt nur Freunde, die sich mit ihren Hunden zum Spielen getroffen haben und dann haben sich eben welche in die Haare bekommen. Das kommt ja hin und wieder mal vor. Aber im Grunde wollte ich einfach nicht wahrhaben was dort passiert ist. Ein illegaler Hundekampf. Warum sollte der Hund sonst so vernarbt sein? Wieso haben wir die Hunde über eine halbe Stunde lang gehört? Warum standen die Männer so da als wär nichts? Ich weiß nicht, ob ich jemals schon so etwas Schlimmes gesehen hab.

Warst Du schon mal in Serbien? Oder möchtest Du gern mal nach Serbien? Würde mich über einen Kommentar direkt unter dem Blogbeitrag ‘Reisebericht Serbien‘ freuen 🙂

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