Abisko Nationalpark: Besteigung des Bergs Nuolja

Vor einigen Tagen waren wir zum ersten Mal in Schweden wandern: Im Abisko Nationalpark zum Njakajaure-See. Und weil wir es so toll fanden, sollte es am nächsten Tag direkt weitergehen. Gesagt, getan! Wir haben uns die Wanderkarte aus der „Turist Station“ geschnappt und uns für die rote Wanderroute zum Wasserfall Rihtonjira entschieden. Vier bis sechs Stunden. Weitere Informationen gab es nicht. Keine Angaben zu den Höhenmeter. Keine Angaben zu den Kilometern. Keiner von uns drei konnte wissen, dass wir einen der zwei höchsten Berge im Abisko Nationalpark besteigen werden: Den Nuolja, auch als Njullá bekannt.

Dauer: Circa 6 Stunden (Hin- und Rückweg, keine Rundtour)
Distanz: Rund 13 Kilometer
Höhenmeter: 850 Meter hoch und 850 Meter runter

Kurz ein paar Eckdaten

Der Nuolja / Njullá ist ein 1169 Meter hoher Berg im Abisko Nationalpark, an dessen Fuß der See Torneträsk liegt – entsprechend faszinierend ist die Sicht auf diesen und die Umgebung. Am Berg gibt es sogar eine Skipiste und einen Sessellift, mit dem du auch zur Bergstation fahren kannst. Danach sind es nur noch wenige Höhenmeter bis zum Gipfel des Berges. Nur leider verpasst du dann die faszinierende Flora und Fauna auf dem Weg nach oben. Im Winter ist der Wanderweg bis zur Bahnstation geschlossen. 

Unsere Wanderung zum Gipfel des Nuolja

Gegen Abend machen wir uns auf zum Startpunkt – der Turist Station im Abisko Nationalpark. Die Sonne scheint und es ist keine Wolke in Sicht. Besser kann ein Wandertag kaum starten! Wir folgen der roten Markierung. Zuerst einem breiten, felsigen Weg ohne Anstieg bis sich rechter Hand ein kleiner, verwachsener Waldweg am Fluss entlang zeigt. Von nun an geht es nur bergauf! Puh, schon nach wenigen Minuten bin ich außer Puste. Aber was soll’s, da muss ich durch!

Zu Beginn: Schmale Wanderwege

Um mich herum Bäume, Wasser und Blumen in allen Farben. Der Weg ist eng und steinig. Direkt neben mir geht es immer mal wieder einen steilen Hang hinunter. An einigen Stellen hat die Nässe der letzten Tage die Erde ordentlich aufgeweicht, so dass ich mir meinen Pfad über rutschige Felsen und Moos nach oben bahnen muss. Gemütlich Wandern is‘ hier nicht! Manchmal brauche ich sogar beide Hände, um vorwärts zu kommen. Neben uns der Wasserfall Rihtonjira, der ein paar Höhenmeter weiter oben entspringt. Hier machen wir unsere erste Pause. Wir trinken frisches, kühles Bergwasser und genießen die überragende Aussicht auf den Torneträsk. Weiter geht’s!

Kurze Pause am Wasserfall Rihtonjira

Zwischenstopp: Alte Bergstation auf 900 Metern

Auf unserem Weg muss ich immer mal wieder kürzere Verschnaufpausen machen. Ich setze mich auf einen der großen Felsbrocken und genieße die Aussicht, die mit jedem Höhenmeter schöner wird. Um uns keine Menschenseele. Wir sind hier wirklich alleine unterwegs!

Seilbahn im Abisko Nationalpark

Nach zwei Stunden haben wir die Bergstation auf 900 Metern erreicht. Juhu, Ziel erreicht – oder doch nicht? Nein, natürlich nicht. Hinter der Bergstation finden wir wieder eine rote Markierung. Am Ende meiner Kräfte, geht es viele weitere Höhenmeter nach oben. Mal steinig. Mal matschig. Immer mal wieder erreichen wir flache Wiesensattel, von denen ich denke, dass sie mein Ziel sind. Falsch gedacht. Puh, uns fehlen noch rund 100 Meter zum Gipfel und die haben es wirklich in sich. Immer weiter der Sonne und dem Himmel entgegen.

Dem Himmel so nah: Der Gipfel des Nuolja

Doch jetzt ist es wirklich soweit. Nach 850 zurückgelegten Höhenmeter haben wir endlich die Spitze erreicht. Ich bin unendlich glücklich und  bereue keine Minute! Stille – nur mein Herzschlag und ich. Und diese atemberaubende Aussicht. Kein Bild kann beschreiben, wie schön es hier oben ist.

Auch Hank genießt die Aussicht

Was du noch wissen solltest: Der direkte Rückweg erfolgt über den gleichen Weg. Das heißt, 850 Höhenmeter wieder runter. Plant das ein, kann nämlich ziemlich anstrengend werden. Verlaufen kannst du dich dabei nicht. Denn die roten Markierungen sind nicht zu übersehen.
Vergesse auf keinen Fall deinen Mückenschutz. Oben auf dem Gipfel kamen urplötzlich aus allen Ecken Stechmücken. Ich habe mit rund 100 Stichen den Berg verlassen. Das ist kein Scherz!

Hast du auch schon den Nuolja bestiegen? Oder möchtest du ihn noch besteigen? Ich freue mich sehr über einen Kommentar von dir!

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