Expeditionsmobil: Von der Zwillingsbereifung zur Einzelbereifung

Im Januar haben wir unseren Mercedes als Baustellen-Fahrzeug eines Öl-Unternehmens gekauft. Mit Pritsche, Kran und Zwillingsbereifung. Und für uns war auf jeden Fall klar, dass früher oder später aus der Zwillingsbereifung eine Einzelbereifung wird.

Einzelbereifung: Pirelli Pista PS 22

Da wir unser Expeditionsmobil nach Bedarf bauen, wollten wir vor unserer ersten Reise nur das Notwendigste an unserem LKW machen. Und die Einzelbereifung hat definitiv nicht dazugehört. Denn unsere alten Reifen sehen noch aus wie neu. Doch dann wurden 5 gebrauchte Reifen inkl. Felgen zum Verkauf angeboten. Für 750 Euro. Da mussten wir einfach zuschlagen. Normalerweise wollten wir Michelin XZL Reifen, aber dann sind es jetzt doch Pirelli Pista PS 22 in der Größe 14.00R20 geworden. Wir als Offroad-Anfänger werden den Unterschied eh nicht merken 😉

Einzelbereifung vs. Zwillingsbereifung

Wir haben uns wegen dem Spritverbrauch und der Geländetauglichkeit für die Einzelbereifung entschieden. Und natürlich sehen dicke Schlappen viel cooler aus. Mit unserer Zwillingsbereifung verbrauchen wir zur Zeit rund 27 Liter auf 100 Kilometer. Wir sind gespannt, wie viel weniger wir mit unserer Einzelbereifung verbrauchen werden.

Montage: Von der Zwillingsbereifung zur Einzelbereifung

Wir haben uns zuerst ein paar Angebote eingeholt. Mit rund 4.000 Euro für Montage inkl. Reifen und Felgen waren wir da dabei. Lukas hat sich dann ein paar Videos angeschaut und sich dazu entschieden, das selbst zu machen. Und Gott sei Dank haben wir das selbst gemacht. Es war wirklich einfach – vorausgesetzt man hat das passende Werkzeug. Und viel Kraft 😀 Da wir früher oder später eh mal einen Reifen wechseln müssen, sind wir froh, dass wir jetzt wissen, wie es funktioniert.

Expeditionsmobil mit Einzelbereifung

Unser Mercedes mit Einzelbereifung

Unser Vorgehen bei der Einzelbereifung

Schritt 1: In unserer Halle angekommen, haben wir verzweifelt das Handbuch gesucht, um Herauszufinden, wie das Teil aufgebockt wird. Lag natürlich zu Hause (45 Kilometer entfernt). Nach 20 Minuten Recherche im Internet, wussten wir dann wie wir den LKW aufbocken können.

Schritt 2: Wir haben unseren LKW mit Keilen gegen das Wegrollen gesichert

Schritt 3: Mit einer 32er-Nuss haben wir verzweifelt versucht, die Radmuttern zu lösen

Schritt 4: WD-40, WD-40, WD-40

Schritt 5: Wir haben einen Hebel mit einem Rechteck-Rohr gebaut. Lukas hat sich dann mit seinen 120 Kilo drauf gestellt und so langsam haben sich die Radmuttern gelöst. Das war ein Kampf. Zwar nicht für mich, aber für Lukas 😀

Schritt 6: Wir haben unserem LKW mit einem Weber Teleskop Wagenheber (12 Tonnen) aufgebockt. Selbst ich als Frau hab das hinbekommen 🙂 Wir haben einen weiteren Wagenheber zum Sichern genutzt. Wir haben die Reifen so lange aufgebockt, bis 7 Zentimeter Luft unter den Reifen war (unsere Pirelli Pista waren genau 7 Zentimeter größer als die alten Reifen). So haben wir die Reifen später super einfach draufbekommen, ohne viel zu hebeln.

Schritt 7: Mit unserem Schlagschrauber von Milwaukee haben wir alle Schrauben gelöst, die alten Reifen runtergenommen und die neuen Reifen montiert.

Schritt 8: Zentrierscheiben drauf. An den vorderen Reifen haben wir die Zentrierringe von außen drauf gemacht, bei den hinteren Reifen vor der Montage auf das Gewinde von innen.

Schritt 9: Jetzt kommen die Radmuttern drauf. Wir haben sie über Kreuz mit dem Schlagbohrer angezogen. Dann nochmal mit dem Drehmomentschlüssel (450 Newtonmeter).

Schritt 10: Da die Reifen relativ groß sind, mussten wir den Kotflügel auf einer Seite kürzen.

Einzelbereifung

Einzelbereifung ohne Kürzung des Kotflügels

Einzelbereifung Mercedes

Einzelbereifung mit Kürzung des Kotflügels

Schritt 11: Fertig. Jetzt geht es ’nur noch‘ zum TÜV. Drückt uns die Daumen 😉

Hab ich etwas vergessen?

Da wir erst zum TÜV fahren, wenn unser hinterer Unterfahrschutz und die Staukästen fertig sind, sind unsere Reifen noch nicht eingetragen. Wir müssen auch noch den Tacho passend dazu einstellen. Wir halten Dich auf jeden Fall auf dem Laufenden 🙂 Hast Du Dein Expeditionsmobil auch schon auf der Zwillingsbereifung auf die Einzelbereifung umgerüstet? Für welche Reifen hast Du Dich entschieden? Freue mich über einen Kommentar von Dir 🙂

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6 Gedanken zu “Expeditionsmobil: Von der Zwillingsbereifung zur Einzelbereifung

  • Reply Roland 7. Januar 2021 at 7:44

    Hallo,

    Wie ist es denn beim TÜV gelaufen?
    Hat der nette Prüfer was besonderes verlangt um die Räder einzutragen?

    Bei meinem NG 1222 steht demnächst das umrüsten auf 395 85 20 auf dem plan 😉

    Viele Grüße

    • Reply Gefa 7. Januar 2021 at 13:42

      Hey Roland,

      hat alles super geklappt! Nee überhaupt nicht, aber das kommt ganz auf den Prüfer an. Manche möchten eine Reifenfreigabe von Mercedes sehen.

      Cool, drück die Daumen, dass alles klappt 🙂

      Liebe Grüße
      Gefa

  • Reply Kristian 2. Februar 2021 at 14:42

    Hallo.
    Ich konnte nicht erkennen was ihr für einen Mercedes habt. 1120? Musstet ihr das Fahrwerk höher legen.? Reicht die freigangigkeit bei den 14r20 aus?
    Grüße aus Sachsen Anhalt
    Der Kristian

    • Reply Gefa 2. Februar 2021 at 15:08

      Hi Kristian,

      wir haben einen 1824. Wir mussten das Fahrwerk nicht höher legen, allerdings wurde es vorne an den Kotflügeln etwas knapp mit den großen Reifen, hat aber letztendlich gepasst. Wie es beim 1120 ist, kann ich Dir leider nicht sagen.

      Liebe Grüße
      Gefa

  • Reply Hennersdorf, Steffen 11. Oktober 2022 at 19:23

    Hallo, wie ist es mit der Gewichtsbelastung, habt ihr die gleiche genommen, wie bei den Zwillingsreifen oder eine andere (größer oder kleiner)

    LG Steffen

  • Reply Liv 21. März 2023 at 10:38

    Hey, bei mir stehe demnächst eine Umrüstung an einem Iveco 160-30 AHW von 85 bevor. Ich hatte irgendwo mal gehört ich bräuchte für die Einzelbereifung auf der Hinterachse Distanzringe. Sowas habt ihr nicht verwendet, richtig?

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