Vanlife mit Hund: Tipps für einen unvergesslichen Trip

Vanlife mit Hund: Unser Dobermann Hank lebt bereits seit seiner Geburt mit uns im Wohnmobil. Seit 3 Jahren reist er nun schon mit uns um die Welt. Und wir sind der Meinung, dass er sich nirgends wohler fühlt.

Zum Glück ist das Reisen mit Hund innerhalb Europas relativ problemlos. Trotz dessen gibt es die eine oder andere Sache zu beachten, wenn Du Deinen Liebling mitnehmen möchtest. Ganz egal, ob Leben im Van oder Kurztrip bzw. Urlaub mit dem Camper – in diesem Beitrag erzähle ich Dir, worauf Du beim Vanlife mit Hund achten solltest. Die Tipps basieren lediglich auf unseren Erfahrungen.

Ein- & Ausreisebestimmungen mit Hund

Ein gültiger EU-Heimtierausweis ist für das Reisen mit Hund außerhalb von Deutschland unerlässlich. Das blaue Heftchen dient zur Überprüfung der Identität und als Impfnachweis. Zudem benötigt Dein Hund eine Mikrochip-Kennzeichnung und eine gültige Tollwut-Impfung. Das ist sozusagen die Basis, um in Europa und der Welt mit Hund verreisen zu können.

Wenn Du weißt, in welches Land Du reisen möchtest, solltest Du Dich vorab aber noch über zusätzliche Bestimmungen informieren – zum Beispiel beim Auswärtigem Amt. Ist die Rasse im Land überhaupt erlaubt? Müssen zusätzliche Impfungen durchgeführt werden? Ist eine Wurmkur erforderlich? Wird ein Gesundheitszeugnis bei der Einreise oder ein Tollwut-Antikörper-Test bei der Ausreise benötigt?

Dobermann auf Reisen

Hank’s Errungenschaft in Griechenland

Ein Beispiel: In Serbien – außerhalb der EU – haben wir bzw. hat Hank folgendes benötigt: Einen gültigen EU-Heimtierausweis, Mikrochip-Kennzeichnung, eine Tollwut-Impfung (mindestens 21 Tage alt), ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis (nicht älter als 10 Tage) und ein Tollwut-Antikörper-Test.

Hundemarke mit Telefonnummer

Es kann schon mal sein, dass ein Hund ausbüchst. Aus diesem Grund solltest Du eine Hundemarke und eine Telefonnummer am Halsband Deines Hundes anbringen. So kann Dein Vierbeiner schnell wieder zu Dir zurückgebracht werden.

Während der Autofahrt: Wohin mit dem Hund?

Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Hund während der Fahrt gut gesichert sein muss – zumindest in Deutschland. Hierzu eignet sich eine Transportbox oder ein Sicherheitsgurt + Geschirr.

Bei längeren Fahrten sind Pausen an der frischen Luft wichtig – nicht nur für Hunde, sondern auch für uns Menschen. Zudem sollte Dein Hund vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein und es sollte Wasser bereitstehen. Unser Tipp: Diese ausgeklügelte Travel-Trinkflasche.

Dein Vierbeiner war noch nicht oft mit einem Auto bzw. Camper unterwegs? Dann taste Dich langsam an die Situation heran. Lass ihn erst mal den Van erkunden und mit den neuen Räumlichkeiten vertraut machen. Kleine Ausfahrten werden zeigen, wie Deinem Vierbeiner die Fahrerei gefällt.

Was kommt in die Hunde-Reise-Apotheke?

Wenn Du das erste Mal mit Hund verreist und nicht so recht weißt, was in Deine Hunde-Reise-Apotheke soll, frag in der Apotheke oder bei Deinem Tierarzt nach. Hier wirst Du in der Regel gut beraten. Bis auf Durchfall hatte Hank zum Glück noch nie etwas Ernstes auf Reisen gehabt. Folgendes kommt in Hanks kleine Reise-Apotheke:

Alles andere wie Verbandszeug & Co. findet sich auch in einem Verbandskasten, den jeder im Camper dabeihaben sollte.

Achtung: Falls Dein Hund Medikamente einnehmen muss, achte darauf, dass Du genügen ‚Vorrat‘ dabei hast.

Hundefutter im Ausland

Futter + Hank. Das ist so ne‘ Sache. Er verträgt nicht viel und isst auch nicht alles. In Deutschland haben wir nach langer Suche ein Trockenfutter gefunden, dass er mag und verträgt: Wildes Land Classic Adult. Ein 12 Kilo Sack reicht circa 3 Wochen.

Zum Trainieren bekommt er selbst gebackene Leckerlis und Hundwurst vom Metzger. Hundeknochen kaufen wir unterwegs. Der Rest (Trockenfutter, Leckerlis und Hundewurst) kommt natürlich alles auf Vorrat mit.

Ist Dein Hund genauso sensibel und wählerisch wie Hank? Dann kannst Du Dir das Futter wie wir auf Vorrat mitnehmen oder ins Ausland liefern lassen – zum Beispiel auf Deinen Campingplatz. Zudem gibt es in einigen Ländern auch Fressnapf (in Frankreich unter MAXI ZOO bekannt) und andere große Ketten.

Achtung: Hundefutter immer gut verschließen! Darin können sich ganz schnell Ameisen & Co. wiederfinden.

Wo schläft der Hund im Wohnmobil?

In einer Ecke Deines Campers solltest Du Deinem Hund unbedingt einen Rückzugsort bieten. Ein Ort, an dem er immer wieder zurückkommen kann, wenn er die weite Welt da draußen erkundet hat. Einfach nur ein kuscheliges Bett in einem Eck? Eine Höhle in einem Schrank oder unter dem Tisch? Oder eine ruhige Box?

Bei Dobermännern ist es klar wie Kloßbrühe: Sie gehören ins Bett. Hank darf zwar ins Bett, aber er schläft viel lieber in seiner kuscheligen Höhle unter dem Tisch oder er legt sich vor den Holzofen, wenn er an ist.

Hank’s Schlafplatz ist ein orthopädisches Hundebett.

Vanlife mit Hund: Sand, Haare, Sand, Haare…

Wenn wir gefragt werden, ob Hank viel Haare verliert, sagt Lukas immer Nein. Das liegt wohl daran, dass er nie sauber macht und die filigranen Härchen gar nicht sieht. Hank verliert nämlich total viele Haare. Das merke ich immer beim Saubermachen. Zudem bringt er ganz schön viel Dreck mit in den Camper – vor allem Sand.

Früher hab ich den Van jeden Tag mit einem Feger ausgewischt, heute verwende ich einen kleinen handlichen Staubsauger. Wir verwenden den Akku-Handsauger von Milwaukee. Sehr zu empfehlen, wenn man sowieso Milwaukee-Geräte verwendet oder einen 230V-Anschluss zum Aufladen der Akkus hat. Da ist unser Fahrzeug im Nu wieder sauber!

Falls jemand einen Tipp für mich hat, dass Hank nicht mehr so viel haart: Nur her damit 🙂

Den Hund im Wohnmobil allein lassen?

Es wird der Moment kommen, wo Du Deinen Hund mal alleine im Wohnmobil lassen musst bzw. lassen willst. Hier gilt einiges zu beachten:

  • Lasse Deinen Camper auf keinen Fall in der prallen Sonne stehen
  • Lasse die Fenster & Dachluken einen Spalt weit geöffnet
  • Stelle Deinem Hund Wasser bereit
  • Stelle Deinem Hund eine kühle Matte bereit
  • Bei zu heißen Temperaturen Deinen Hund nicht alleine lassen

Wir verwenden zusätzlich eine Kamera, die wir ganz einfach über eine App abrufen können. Hier können wir Hank beobachten, ihn hören und mit ihm sprechen. Hier geht’s zur Kamera.

Hank sitzt am Liebsten vorne im Fahrerhaus. Dort kann er super alleine bleiben. In dem Sommermonaten ist das allerdings nicht möglich. Wenn es warm ist, bleibt Hank in unserer Kabine. Dank der guten Isolierung ist es dort in der Regel kühl. Hier klappt das Alleine bleiben allerdings nicht immer so gut. Wenn wir zum Beispiel mit dem Motorrad wegfahren, findet er es gar nicht cool und ist oft am Fiepsen oder Bellen.

Leinen- & Maulkorbpflicht

In einigen Ländern gilt eine allgemeine Leinenpflicht. Je nach Rasse oder Ort (zum Beispiel Innenstadt, Museum oder ÖV) gilt auch Maulkorbpflicht. Aus diesem Grund solltest Du Deinen Hund früh an einen Maulkorb gewöhnen.

Wir mussten schon oft einen Maulkorb verwenden – zum Beispiel der Innenstadt, beim Straßenbahn oder Busfahren.

Mit Deinem Hund auf den Campingplatz

Campingplätze sind gar nicht so unser Ding. Aus diesem Grund kann ich zu diesem Punkt nicht allzu viel sagen. Auf den wenigen Campingplätzen, die wir besucht haben, waren Hunde allerdings absolut kein Problem.

Bis jetzt war es immer so, dass wir für Hank einen Aufpreis von +/- 5 Euro pro Tag bezahlen mussten.

Bedenke auch, dass es Menschen gibt, die vor Hunden Angst haben. Deshalb sollte Dein Hund immer an der Leine sein.

Was kommt mit auf einen Ausflug mit Hund?

Ganz egal, ob Ihr einen Stadtbummel oder einen Ausflug in die Natur macht – folgende Dinge solltest Du nicht vergessen:

  • Kotbeutel
  • Trinkflasche mit Wasser
  • Leine (Führleine in der Stadt, evtl. Schleppleine in der Natur)
  • Etwas Futter oder Leckerlis
  • Hank hat seinen eigenen Hunde-Rucksack; wenn wir in der Natur wandern gehen, darf er sein Zeug selbst tragen 🙂

Straßenhunde im Ausland

In Serbien, Albanien, Montenegro, Griechenland, Bulgarien und Spanien sind uns viele Straßenhunde begegnet. Am Anfang hatten wir immer total Angst vor ihnen. Aber im Endeffekt war sie total unbegründet. Sie sind uns zwar bellend hinterhergelaufen, aber sobald wir aus ihrem Territorium draußen waren, haben sie uns auch in Ruhe gelassen. Bei uns war es jetzt auch nur so, dass sie nur gebellt haben. Ist man zum Beispiel auf sie zugelaufen, haben sie aufgehört und sind weggelaufen. Wir sind da mittlerweile total entspannt – und Hank auch.

Im Allgemeinen sind Straßenhunde super misstrauisch, sehr scheu und ängstlich. Denn sie werden von den Einheimischen oftmals verjagt oder sogar getreten.

Fähre mit Hund

Fährfahrten waren für uns immer irgendwie total anstrengend. Außerdem ist es von Fähre zu Fähre total unterschiedlich, was Hunde angeht. Es gibt zum Beispiel Fähren, da kommen Hunde in Hundezwinger – für uns absolut keine Option. Dann gibt es Fähren, da kann man eine Hundekabine buchen. Und die wohl bequemste Option: Camping on Board – da darfst Du und Dein Vierbeiner dann in Deinem Wohnmobil bleiben und übernachten.

Grenzübergänge mit Hund

Ungelogen: Wir mussten noch kein einziges Mal Hanks Papiere vorzeigen. Und Hank war mit uns sogar schon außerhalb der EU unterwegs. Trotz dessen würde ich Dir empfehlen, die Papiere Deines Hundes an jeder Grenze bereitzuhalten.

Hundeversicherung

Ganz egal, ob zu Hause oder im Ausland – eine Haftpflicht-Versicherung sollte ein absolutes Muss sein.

Vanlife mit Hund: Ja oder Nein?

Wir sind der Meinung, dass Hank das Vanlife total genießt. So ist es bestimmt auch bei Deinem Hund. Also nichts wie los. Ihr wollt Hank bei seinen Reisen begleiten? Dann folgt mir doch auf Instagram! 🙂

Reist Du auch schon mit Hund? Wie sind Deine Erfahrungen? Hinterlasse mir doch einen Kommentar 🙂

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