Abisko Nationalpark: Wanderung zum Trollsjön

Alle guten Dinge sind drei. Nachdem wir die letzten zwei Tage im Abisko Nationalpark wandern waren, folgt nun der dritte und letzte Tag. Wir haben uns für die Wanderung zum Trollsjön, oder auch als Rissajaure bekannt, entschieden – dem klarsten und reinsten See in ganz Schweden. Auf geht’s!

Dauer: Circa 4 Stunden (Hin- und Rückweg, keine Rundtour)
Distanz: Rund 11 Kilometer
Höhenmeter: 450 Meter hoch und 450 Meter runter

Wanderroute zum Trollsjön durch das Kärkevagge

Nachdem wir am See Vassijaure zu Abend gegessen haben, machen wir uns auf zum Startpunkt. Auf der Höhe des Bahnhofs Låktatjåkka stellen wir uns auf eine verlassene Parkbucht. Etwas unterhalb der Parkbucht weist ein Schild den Weg zum Trollsjön / Rissajaure. Wir folgen dem Schild über einen steinigen Weg gefolgt von einem moorigen Untergrund bis zum Bahnhof Låktatjåkka. Kurz nach dem malerischen Bahnhofsgebäude teilt sich der Weg in zwei Richtungen. Wir halten uns rechter Hand. Keine Bäume mehr. Die Sonne knallt auf unsere Haut. Es ist heiß. Verdammt heiß. Blicke ich zurück, kann ich unser Wohnmobil am Straßenrand erkennen. Mit jedem Schritt wird es kleiner.

Kärkevagge – das imposante Steintal

Nach circa 40 Minuten blicken wir auf das faszinierende Kärkevagge-Tal mit seinen gewaltigen Felsformationen. Das Tal ist rund fünf Kilometer lang. Nach Westen ist es durch den 1.580 Meter hohen Vassitjåkko und nach Osten durch den etwa 1.400 Meter hohen Kärketjårro begrenzt.

Vor uns breitet sich förmlich ein riesiges Felsmeer aus. Umhüllt von imposanten Steinwänden. Tausende von riesigen Felsbrocken liegen wild verstreut im herrlich grünen Tal. Es fühlt sich so an, als würde uns im nächsten Moment ein Zauberer, Ork oder Hobbit über den Weg laufen. Hinter jedem Felsen und Bergkamm wartet etwas Neues. Ein neuer, faszinierender Ausblick. Kurz gesagt: Das Kärkevagge ist eine wirklich beeindruckende Landschaft!

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Felsformationen im Kärkevagge-Tal

Plötzlich sehen wir unten im Tal um die 30 Rentiere. Wow, so viele Rentiere habe ich noch nie auf einem Fleck gesehen. Geschweige denn, überhaupt in meinem Leben gesehen. Sie sehen so glücklich und unbeschwert aus: Rennen wild umher, fressen Gras und trinken aus einem Bach.

Am Ende des Tals wartet der Trollsjön

Immer weiter gehen wir an mächtigen Felsblöcken und kleinen Bächen vorbei. Keine Menschenseele. Es geht mal bergauf, mal bergab. Am Ende des Tals haben wir unser Ziel erreicht: Den Trollsjön – ummantelt von einem eindrucksvollen Talkessel. Und dann stehe ich dort mit einer Gänsehaut. Aber nicht, weil es so kalt ist, sondern wegen diesem unbeschreiblichen Anblick. Gibt es denn etwas schöneres als die Natur? Ich kann es mir in solchen Momenten nicht vorstellen.

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Der See Trollsjön bzw. Rissajaure

Der Trollsjön ist so klar. So rein. Ich erkenne jeden noch so kleinen Stein im Wasser. Wir setzen uns auf einen Felsen und essen unsere Brote. Nach dieser kleinen Stärkung ziehen wir unsere Badesachen an und springen in der Mitternachtssonne in das eiskalte Wasser. Puh, es ist sau kalt! Der direkte Rückweg erfolgt über den gleichen Weg.

Hast du auch schon eine Wanderung zum Trollsjön gemacht? Oder möchtest du sie machen? Ich freue mich sehr über einen Kommentar von dir! Bist du an einer anderen Wanderrouten in Nordschweden interessiert? Wie wäre es mit einer Wanderung zum Njakajaure-See oder mit der Besteigung des Berges Nuolja?

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